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Dänemark-Tour vom 24.6.-9.7.2022

Aktualisiert: 20. Juli

Tag 1- Freitag, 24. Juni, Anreise nach Göttingen

Meine Sorge, dass uns schon am ersten Tag eine Regenfahrt bevorsteht, war unbegründet, denn schon am Treffpunkt im Illertal kam die Sonne raus und die 10 Bikerfreunde starteten gutgelaunt zum ersten Ziel in Göttingen.



Weil wir zügig unserem Ziel näher kommen wollten, war der erste Reisetag eine reine Autobahntour bis Göttingen.

Der Rezeptionist in Göttingen empfahl uns noch ein Restaurant und nach dem Essen war nur noch eine kleine Gruppe auf der Suche nach einem Absacker-Lokal, was wir auch im nahegelegenen Holiday Inn fanden.

Tag 2 der Tour führte uns zwischen Hannover und Braunschweig hindurch auf Landstraßen an die Elbe und von dort nach Klempau, einem Vorort vor Lübeck. Natürlich unterbrochen von mehreren Zwischenstopps für eine Brotzeit oder Kaffee.

Unter anderem gabs mittags Bratwurst von der Wildsau. Schöne Waldstrecken bis zur Elbe folgten und Eis-und Kaffee-Pause machten wir an den Elbterrassen in Wussegel.

Über Ratzeburg steuerten wir den Landgasthof Klempau an.

Im vorzüglichen, italienischem Restaurant im Hotel konnten wir das Essen genießen und wieder auf einen sonnigen Tag zurückblicken.



Tag 3: Heut ging’s zur Fähre nach Puttgarden und rüber nach Rödby. Es war nicht viel los und wir kamen gleich mit der ersten Fähre mit. Die 45 Minuten reichten grade für einen Kaffee und schon waren wir auf Dänemarks Straßen unterwegs. Nachdem uns in Klempau noch ein Reisender eingebläut hatte, ja nicht zu schnell zu fahren weil sonst Fahrzeug-Beschlagnahme droht, ordneten wir uns in den gemächlichen 50 - 80 km/h- Verkehrsfluss ein, was bei den vielen langen geraden Strecken schon sehr ermüdend war. Vor Kopenhagen freute ich mich auf eine lange Beachroad die sich dann leider als eine 50 km lange Orgie aus gefühlt 50 Kreisverkehren, Ortsdurchfahrten und Dauer-Geschwindigkeits-Begrenzungen entpuppte. Und den Beach konnte man nur erahnen, weil Kinder mit aufblasbaren Entchen und Sandkasten- Schäufele vorbeimarschierten.

Immerhin hatte unser Hotel eine Klimaanlage, was ich nach den „heißen Nächten“ davor sehr schätzte, lag direkt am Yachthafen, wir parkten vor unseren Zimmern und hatten schöne Restaurants in unmittelbarer Umgebung. Etwas stressig war das Einchecken, Zimmercode online bekommen, Motorräder registrieren am Tablet - alles in Dänemark schon fast normal- aber die Zimmer waren ok und die Lage perfekt.


Kopenhagen, kleiner Yachthafen


Den fahrfreien Tag nutzten wir zu einem ausgiebigen Spaziergang durch Kopenhagen, angefangen im Künstler- und Kifferviertel

Christiania. Von der Kunst war nicht viel zu sehen, dafür gabs einige kleine Verkaufsstände an denen stimmungsaufhellende Produkte angeboten wurden. Als Tourist mussten wir natürlich auch zum Nyhavn mit einer kurzen Bootsfahrt zur Kleinen Meerjungfrau.

Nach der Bootsfahrt hatten wir Appetit auf die Nationalspeise Smörebröd und schnell war ein Restaurant gefunden.

Wir hatten ein Sterne-Restaurant erwischt und der Maestro kredenzte uns eine Scheibe dunkles Brot mit Hering und Kräutern für 17.-€. Naja, dass Dänemark teuer ist, hatten wir schon vorher gewußt aber man ißt ja auch nicht jeden Tag im Sternerestaurant. Jetzt noch Schloss Amalienborg anschauen und dann zum Hotel. Unterwegs noch ein Stopp bei einem

Dixie-Straßenfest. Mein Schrittzähler gratulierte mir heute schon mehrfach zur Jahres-Bestleistung, von Ruhetag war also abends keine Rede mehr.


Smörebröd


Am 28.6. siedelten wir von Kopenhagen nach Aarhus über. Dabei überquerten wir die lange Störebelt-Brücke und Richtung Aarhus war’s landschaftlich eine tolle Strecke, oft am Meer entlang.

Kurz vor Aarhus besuchten wir noch Bekannte von Elke und Fritz die uns gigantisch bewirteten auf ihrem ehemaligen Bauernhof.



Dass Aarhus eine schöne Altstadt hat war mir bekannt, dass diese aber wie ein Freilichtmuseum mit Eintritt zu besuchen ist, konnten wir vor Ort feststellen. Es war sehenswert, wie die Dänen vor einigen hundert Jahren lebten und wie gut die Gebäude noch erhalten sind.


Am Donnerstag, den 30.6. rückten wir unserem eigentlichen Reiseziel, der Nordspitze Dänemarks immer näher und machten Quartier im Best Western in Frederikshavn. Eine nette Kleinstadt mit vielen schönen Restaurants und eine Hafenspelunke war auch vor Ort.

Am Folgetag starteten wir mit unseren Maschinen zu einem Tagesausflug über Skagen nach Grenen, der Nordspitze, an der die Nordsee auf die Ostsee trifft. Am Ende der Straße ein großer Parkplatz und ein Traktor mit Anhänger fuhr uns die letzten Meter bis zur Sandbank. Dort herrschte ein Gewusel aus Touristen und es war kaum möglich, den markanten Ort ohne fremde Personen zu fotografieren. Der Traktortransport war übrigens der einzige Anlass zu dem wir Bargeld brauchten, alles andere wurde mit Karte bezahlt.


Links die Nordsee- rechts die Ostsee, dazwischen drei nette Mädels die durch die 2 Gesellen davor verdeckt wurden.


Bis Skagen waren wir nur bei Sonnenschein unterwegs, ab jetzt, an der Westküste, drohten öfter dunkle Wolken, doch nur sehr selten- und dann oft nur für wenige Minuten- bekamen wir einen kleinen Regenschauer ab.

Aalborg liegt am Limfjord der 35 km bis zur Ostsee reicht und ist die viertgrößte Stadt Dänemarks. Eine tolle Uferpromenade

und eine sehenswerte Altstadt luden zum Bummeln ein. Auch eine Hafenrundfahrt mit der MS Kysten war entspannend und der gut gelaunte Kapitän frotzelte über uns „Hondafahrer“.

Das Hotel hatte eine tolle 24-Stunden-Bar auch das Frühstück war dort hervorragend. Einchecken und Parken leider wieder etwas chaotisch, die Lehrmädels an der Rezeption mischten unsere Türcodes mehrmals durch (ich hatte am Ende 6 Türcodes und eine Zimmerkarte), der Parkautomat buchte ab, mal mit, mal ohne Quittung, dafür mit Strafzettel. Doch als wir schon fast an uns zweifelten kam am letzten Tag die liebe Mie, eine Mitarbeiterin mit Ahnung und Kompetenz.

In wenigen Minuten hatte sie nicht nur Ordnung in die Zimmervergabe gebracht sondern auch mit der Parkplatzgesellschaft

telefoniert und unsere Strafzettel unter unserem Beifall zerrissen und weggeworfen. Ich denke, der technische Fortschritt in Dänemark geht schneller voran als manche Einheimische folgen können, besonders dann, wenn die Technik mal nicht so reibungslos funktioniert.


Die Malteser Schnapsbrennerei in Aalborg, die den berühmten Aquavit in verschiedenen Varianten brennt.


Nach Aalborg stand Holstebro auf dem Roadbook, eine Nacht zur Durchreise.

Wir erreichten die Stadt halbwegs trocken, nachdem uns vorher zweimal ein Regenschauer für einige Minuten geduscht hatte.

Die Route führte meist an der Nordsee entlang über Dämme, einer davon mit Schotter, was natürlich viel Kritik einbrachte beim abendlichen Nachtarocken. Eine Fähre über den Thyboron-Kanal war stark ausgelastet, wir kamen erst mit der zweiten Fahrt mit. Ich empfand trotz Regen diesen Teil als landschaftlich besonders schön und typisch für Dänemark.



Holstebro war irgendwie wie leergefegt, kaum Menschen auf den Straßen. Mehr als eine Nacht braucht man hier nicht verbringen. Unsere sehr nette (arabische) Rezeptionistin empfahl uns ein Restaurant und kümmerte sich um die Tischreservierung.


Auf der folgenden Tagestour ab Holstebro fuhren wir unsere letzten Kilometer in Dänemark. An der Westküste entlang gings auf Landstraßen und wiederum schmalen Landzungen nach Süden, wo uns kurz hinter der Landesgrenze die Klanxbüller Stuben erwarteten.

Einen Fotostopp legten wir beim Kunstwerk „Mensch am Meer“ ein. Beeindruckend groß sitzen die 4 Herren am Strand bei Esberg und schauen aufs Meer hinaus.



Dann noch ein Abstecher in die älteste Stadt Dänemarks, Ribe. Die autofreie Innenstadt hat musealen Charakter. Um die geschichtliche Bedeutung einschließlich der Wikinger-Stadt in der Nähe zu verstehen und zu würdigen, bräuchten man hier mehrere Tage. Eine kleine Snackpause war aber drin bevor es weiter ging.

Auch auf diesem Abschnitt hat’s uns zweimal kurz nass gemacht.

Vermutlich hat keiner von uns den Namen Klanxbüll schon mal gehört, der Ort liegt am Festland auf Höhe der Insel Sylt.

Die gleichnamigen Stuben waren ein Glücksgriff was das Essen und die Gemütlichkeit betrifft. Oder war die Stimmung nur deshalb so gut, weil wir wieder in Deutschland waren ? Auf jeden Fall hatten wir einen netten Abend, das Essen wurde von allen gelobt, das Einchecken ging superschnell und die zwei Mädels vom Service waren gut drauf und flink. Und gegenüber Dänemark kam eine Abendrechnung von nur 350.-€ zustande während wir bei unserem nördlichen Nachbarn auch die 500.-€-Grenze überschritten. Noch in Hamburg hörte ich einige sagen „…wir wollen nach Klanxbüll zurück“ :-)


Bis Hamburg war die Route über die Rendsburger Schwebefähre geplant, die nach einer 6-jährigen Restaurierung seit März

diesen Jahres wieder in Betrieb war. Doch leider war sie schon wieder für einige Tage wegen Reperaturarbeiten gesperrt.

Die restliche Fahrt nach Hamburg war dann etwas provisorisch zusammen gestellt, Vororte waren mit Bausstellen übersät

und irgendwann teilte sich die Gruppe in 2 Hälften. Weil ich mittags noch schnell die Route geändert habe und den Harley-Dealer HH-Nord mit eingeplant habe, hab ich nicht mehr drauf geachtet, dass es zwei namensgleiche Hotels in Hamburg gibt- und landete prompt beim falschen Hotel. Mit großem Hallo wurden wir dann von der anderen Truppe, die von Ralph angeführt wurde, am richtigen Hotel erwartet.


In Hamburg ist eine Hafenrundfahrt schon fast Pflicht, ebenso wie ein Fisch-oder Krabbenbrötchen an den Landungsstegen.

Beides war schön, gut und ein Teil des Tages war damit ausgefüllt.



Ein Marsch zum Rathaus, Kaffee trinken an der Alster und Abendessen in einem Fischlokal auf der Reeperbahn sorgten dafür, dass wir um 20:00 Uhr nur noch 1 Stunde Zeit hatten bis zur „Bettgehzeit“ :-) Schade, dass gerade in den großen Städten wie Kopenhagen oder Hamburg der Aufruf nach einem abendlichen Streifzug durch die Stadt wenig Anklang fand. Doch in Hamburg schafften wir immerhin noch zwei Lokale und es soll sogar Bier durch ansonsten alkoholfreie Kehlen geflossen sein.

Dafür wurden die Morgenstunden intensiver genutzt, wer pünktlich kam war fast schon zu spät. Wahrscheinlich war es die Vorfreude auf den Reisetag die einige früh zu ihren Maschinen trieb.


Von Hamburg nach Fulda hatte ich eine reine Landstraßen-Tour abgespeichert. Die Pause am Steinhuder Meer zog sich etwas in die Länge und der Wunsch nicht zu spät in Fulda anzukommen wurde mit einem Autobahnabschnitt umgesetzt. Fatal, dass hier durch einen Unfall die komplette Autobahn gesperrt wurde, die nächste Anschlussstelle wegen Bauarbeiten auch nicht genommen werden konnte und auf dem Weg zum dritten Versuch die A7 zu erreichen eine Ortsdurchfahrt gesperrt war.

Als uns eine weitere Baustelle den Weg versperrte, riet uns ein Einheimischer einfach durchzufahren, was auch problemlos möglich war. Der Rest bis Fulda war dann eine reine Aufholjagd um wenigstens noch vor 20:00 Uhr einzutreffen.

Dafür war das Hotel Bachmühle ein Volltreffer. Sehr schnelles, unkompliziertes Einchecken, Abendessen-Reservierung (die ich unterwegs noch angepasst hatte) hat auch geklappt, das Essen war sehr lecker und der Sitzplatz auf der Terrasse sehr angenehm in der Abendsonne.


Am Samstag sollte der Heimweg kein Problem mehr sein, der ausgesuchte Biergarten, der auf seiner Homepage und bei Google unter „Aktuelle Öffnungszeiten“ am Samstag offen sein sollte, war leider geschlossen. Auf die bei Google angebenden Zeiten kann man sich eigentlich schon verlassen, weil die Änderung sehr simple ist und schnell geht. Als Ausweich-Biergarten

hatte ich die „Alte Roggenschenke“ in Roggenburg bei Weißenhorn im Navi gespeichert, diesmal klappte es mit den Öffnungszeiten und bei einem guten Essen am Nachmittag konnten wir die Tour hier beenden.


Schade, dass auf der Rückfahrt nicht alles wie geplant verlaufen ist. Aber meine größte Sorge vor der Reise, dass wir oft nass werden, hat sich nicht bewahrheitet. Wir fuhren überwiegend bei Sonnenschein durch Dänemark, hatten tolle Landschaften gesehen, langweilten uns bei Tempo 60 oder 80 auf ewig langen geraden Strecken, ärgerten uns über die teuren Parkplätze,

freuten uns bei Schiffsausflügen, genossen überwiegend sehr gutes Essen und kamen fast alle ohne größere Unfallschäden zurück.

So ist das Leben, auf Reisen etwas unberechenbarer als daheim. Aber genau deshalb fahr ich gern weite Ziele an und lass dafür lieber mal die 49. Sonntagstour im Umkreis sausen.


Franz

Mit dabei waren: Andrea und Jürgen, Brigritte und Dietmar, Elke und Fritz, Dieter, Norbert, Ralph und Franz.

Abgelesener Kilometerstand am Ende der Tour: 3935 km















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